Ich war im Kino...

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MovieMan
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CLIFFORD DER GROßE ROTE HUND

#501 

Beitrag von MovieMan »

Die kleine Emily lebt mit ihrer Mutter aber ohne ihren Vater in Harlem, NYC. Sie kommen leidlich über die Runden. Als ihre Mutter geschäftlich verreisen muss, ist kein Geld für einen professionellen Babysitter da. Also muss Onkel Casey einspringen, der nicht unbedingt die vertrauenswürdigste Person ist. Er lebt in einem Van, hält Absprachen nicht ein und verliert ständig ihm anvertraute Dinge bzw. auch Personen.
In ihrer Einsamkeit sehnt sich Emily nach einem Haustier. Nach einem Besuch in einem "Zirkus" für gerettete Tiere hat sich ein roter Hundewelpe im Apartment eingeschlichen. Nach einer ersten Nacht soll er zurück gebracht werden, was sich aber durch eine unnatürliche Größenzunahme des Tieres als nicht einfach gestaltet. Außerdem ist noch ein Forschungskonzern hinter dem Tier her. Und Mama auf Geschäftsreisen argwohnt auch schon, dass mal wieder alles schief läuft.

Fröhliche Familienunterhaltung mit Wortwitz und Situationskomik. Alles in kindgrechter Darbietung und für die Kleinen auch durchaus spannend.
Der Film hat auch offenkundig eine Message mitzugeben: Auch wenn du anders bist, bist du nicht weniger wertvoll.
Die Schauspieler sind gut aufgelegt, die Charaktere sorgsam ausgewählt und in ihren Rollen überzeugend. Die Inszenierung ist nicht zu überdreht und gönnt den kleineren Zuschauern durchaus auch Verschnaufspausen ohne langweilig zu werden.

Einzig technisch ergeben sich Schwächen. Die Einbindung des digitalen Hundes samt seiner Größe ist technisch nicht gut gelungen. Zu oft sieht man die Tricktechnik. Auch in der Interaktion mit den Realschauspielern offenbaren sich Ungenauigkeiten. Da bewegen sich Filme wie PETER HASE auf deutlich anderem und höherem Niveau.
Insgsamt tut das dem Spaß aber keinen Abbruch.

Wie meinte der kleine Junge hinter mir im Publikum nach dem Film zu seiner Mutter: "Warum muss der Film denn nur so kurz sein?"
Das sagt doch alles, oder? Ihm (und mir auch) hat´s gefallen und so soll es ja auch sein.
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GUNPOWDER MILKSHAKE

#502 

Beitrag von MovieMan »

Sam´s Mutter "arbeitet" für eine Firma als Auftragskillerin. Nach einem vermasselten Auftrag muss sie sich aus dem Staub machen und Sam allein bei Nathan (Chef der Firma) lassen. Der kümmert sich auch und zieht Sam gleich als Nachwuchskraft auf. Doch auch Sam erfüllt einen Auftrag nicht wie vorgesehen, sie tötet den "Falschen" und nimmt auch noch ein ziemlich neunmalkluges Kind in Obhut, welches sie jetzt ständig an der Backe hat.
Damit verliert Sam ob ihres Verhaltens und ihrer Sturheit den Schutz der Firma, fortan ist sie selber Zielscheibe und soll aus dem Weg geräumt werden. Hilfe erhofft sie sich von ihren "Tanten" aus der etwas besonderen Bibliothek, und auch von unerwartet anderer Seite kommt noch eine Kraft hinzu. Die Mitarbeiter der Firma sehen sich nun ein paar Frauen gegenüber, welche gar nicht daran denken, das Feld kampflos zu räumen.

Ja, in diesem dreckigen und blutigen Actioner geht es heiß her.
Als weiblicher John Wick geht Sam hier Matrixmäßig vor. Aus allen Rohren wird geballert. Lustige Kampfchoreograhien, die eher an Streetfighting denken lassen, verursachen einen enormen Spaß und haben höchsten Unterhaltungswert. Es wird kein Zweifel daran gelassen, dass hier die Frauen die Hosen anhaben.
Auch wenn Einiges aus den JOHN WICK Filmen einfach geklaut ist (inklusive der Atmosphäre) macht es einfach Spaß, den Damen beim Abräumen zuzusehen.
Aus dem Cast sticht auch keiner heraus, es handelt sich hier um ein optimales Zusammenspiel aller Beteiligten, sodass ein ganz runde Sache dabei herausspringt.

Teils liefert die Kamera auch super Slowmotion Bilder sowie am Ende noch eine tolle und sehr sehenswerte Kamerafahrt. Hier wird auch nicht mit Blut gegeizt und manche Szene ist ziemlich hart, sodass die FSK18 schon ihre Berechtigung haben.
Blutiger Actionfilm, der sich sehr gut ansehen lässt. Einfach Popcorn nehmen und genießen.
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Bullenwächter
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Dune 2021

#503 

Beitrag von Bullenwächter »

Ist schon länger her: Zuerst Dune in englischer Originalversion und eine Woche später in deutscher Synchronisation gesehen.

Als langjähriger Dune-Fan habe ich einer Neuverfilmung schon sehr lange entgegen gefiebert. Als ich erfuhr dass Dennis Villeneuve es realisiert, folgten Monate des bangen Wartens, die durch die coronabedingte Verschiebung der Premiere mir noch weitere Geduld abforderte. Da mir die bisherigen Filme Vielleneuvs nicht auf Anhieb gefielen hegte ich doch starke Zweifel. Die ersten Trailer weckten Neugierde aber überzeugten immer noch nicht.

Während der gesamten 2,5 Stunden herrschte im Kino eine Totenstille bei der man buchstäblich eine Stecknadel hätte fallen hören können. Der Film ist großartig, die langsame ruhige Kameraführung mit dem Fokus auf die grandiosen Hauptdarsteller und weit offener Blende, die deren Hintergrund optisch ausblendet sind grandios. Ganz im Gegensatz zu anderen modernen Filmen bietet Dune keine Specail-Effects-Orige die noch schneller und noch mehr zu bietet versucht als die Konkurrenz. Die Musik untermalt lediglich den Film und Handlung hinterlässt aber keinen eingängligen Ohrwurm wie andere SciFi-Schinken. Special-Effekts, Musik und Sound wurde eingesetzt wo es notwendig erscheint aber nicht mehr. Der Film ist näher an Frank Herberts Romanvorlage als David Lynchs Film von 1984 und sehenswerter als die leider zu billig gemachte Miniserie von 2000.

Aus meiner Sicht hätte der Film auch noch zwei Stunden länger ausfallen können, ohne langatmig zu werden. Im Nachhinein empfinde ich dass viele Aspekte der Handlung aus den Büchern im Film noch ausführlicher hätten behandelt werden können, und dass Teile der Aspekte etwas zu kurz kommen. Aber dazu hätte der Film auf 4 Stunden ausgedehnt werden müssen - was dann aber andere Kinobesucher möglicherweise langweilen oder überfordern würde.

Jetzt beginnt das gespannte Warten auf die Fortsetzung...

P.S. Ein Nachtrag:
Den Film muss man zuerst im Kino sehen, möglichst eiem mit großer Leinwand. Ob er sich 3D lohnt würde ich bezweifeln. Ein Fehler wäre es, ihn zuerst via Streaming oder auf der heimischen Mattscheibe zu sehen.
Loewe bild 5.32 SL310F Sofware 5.20 an SAT ASTRA (Davor: Concept 55, Profil 3563) - OPPO BDP-93 - Nubert nuConnect ampX - Quadral Shogun MK II - FRITZ!box 7490 - WD-MyCloud NAS - Cyrus CS45 XA - BMW R 1200 GS LC

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WESTSIDE STORY (2021)

#504 

Beitrag von MovieMan »

Bagger, Abrissbirnen und Ruinen beherrschen die Westside New York Cities in den 50ern. Das Viertel wird aufgehübscht und die alten Gebäude müssen neuen schicken Anlagen weichen. Zwischen den Ruinen tobt noch ein territorealer Kampf der Straßengangs, der amerikanischen Jets und der puertorikanischen Sharks. Die Gangs sind bemüht, den schwindenden Platz für sich einzunehmen, was allerdings nur ein letzter Versuch sein kann, ein schon verlorenes Revier zu verteidigen. Die Polizei agiert rassistisch und ist trotzdem bemüht, Frieden auf der Straße zu erhalten. Trotz aller Versuche, die Ungleichheiten zu überwinden, kochen die Kämpfe immer wieder hoch.
Die Anführer der beiden Gruppen, Riff und Tony auf Seiten der Jets und Bernado auf Seitend der Sharks stehen sich unversöhnlich gegenüber.
Zu allem Überfluss verlieben sich Maria, Schwester von Bernado und Tony ineinander. Dieser ist gewillt, sein Leben zu ändern. Doch der Liebe ist von Anfang an keine glückliche Zukunft beschieden.

Romeo und Julia auf amerikanisch nach einem Bühnenstück aus den 50ern. Eine erste Verfilmung aus 1961 von Robert Wise existiert bereits.
Und kein geringerer als Steven Spielberg nimmt sich einer Neuverfilmung des Musicals an. Obschon dieses Musical nicht zu meinen Lieblingsmusicals gehört (als Kind habe ich mich schrecklich gelangweilt und viele Lieder aus anderen Musicals finde ich viel eingängiger), war das schon Grund genug, mir dieses Mal das Geschehen im Kino anzusehen.

Inhaltlich ist die Geschichte damals wie heute aktuell. Eingepackt in die Gentrifiztierung, garniert mit Rassenhass und Misachtung von Frauenrechten erzählt die Story den ewigen Kampf gegen das Andere und Veränderung.
Also portiert einer erfolgreichsten Filmemacher das Stück aus den 50ern in die Gegenwart. Mitnichten! Spielberg lässt das Stück zeitlich da wo es war. Es besteht auch gar keine Notwendigkeit, die Geschichte in die heutige Zeit zu portieren. Umso heftiger die Wirkung. Dem Zuschauer wird beschämend vor Augen geführt, dass sich an den Problemen der Gesellschaft über die letzten Jahrzehnte rein gar nichts geändert hat.

Schaupielerisch wird mit einem Cast aufgewartet, welcher größtenteils unbekannt ist. Der Clou ist die Verpflichtung von Rachel Zegler als Maria. Unter 30.000 Bewerberinnen hat sie das Los gezogen. Sie dankt es den Verantwortlichen mit einer zuckersüßen (anders kann ich das nicht treffend beschreiben) Darstellung und einer wahnsinns Stimme. Wenn sie anfängt zu singen ist man schlicht hin und weg.
Rita Morena, zwischenzeitlich 90jährige Schauspielerin des 1961er Originals und damals Gewinnerin eines Oscars für die Nebenrolle, hat Spielberg extra eine neue Rolle verpasst und sie spielt hinreißend.
Der Rest des Castes überzeugt im hervorragend gestalteten Zusammenspiel, selbst die Nebenrollen sind klasse besetzt und alle Beteiligten sind voller Spielfreude.

Die Tanzszenen sind perfekt choreographiert und Spielberg lässt seinen Cast weniger in Kulissen spielen als vielmehr auf der Straße, wo die Szenen ihre ungebremste Dynamik entfalten können.
Hier ist die Verfilmung bereits besser als das Original. Die Szenen entfalten eine mindestens ebenso berauschende Wirkung wie diejenigen aus LA LA LAND.

Star der Verfilmung ist allerdings die Kamera. Zeichnet sich dafür der doppelt oscarprämierte Janusz Kaminski und Hauptkameramann Spielbergs dafür verantwortlich. Und Kaminski liefert abermals nach (DER SOLDAT JAMES RYAN und SCHINDLERS LISTE) ein Meisterwerk der Bildführung und Bildkomposition ab. Jede Einstellung ist exakt vorgeplant und man hat sich was dabei gedacht. Die Bilder entfalten eine Wirkung grandioser Explosivität. Nichts wird dem ZUfall überlassen, von der ersten Einstellung bis zum allerletzten Take. Das Verharren der Kamera zeichnet in den betreffenden Szenen ein sprechendes Bild, welches eigentlich keiner Dialoge mehr bedarf.
Sowohl Winkel als auch Ausschnitt sowie Dynamik und Fahrt der Kamera unterstreichen stets das Geschehen und holen das Maximalste aus jeder Szene heraus. Mit das Beste, was ich je an Kameraarbeit gesehen habe.
Einzig die vielen Lens-Flares sind nicht nach meinem Geschmack, aber auf mich kommt es auch nicht an.
Unterstützt wird diese Performance noch von einer exakten Ausleuchtung. Viele Szenen spielen im Dunkeln. Da säuft aber trotzdem nichts ab. Ein perfektes Zusamemnspiel zwischen Beleuchtung und Kamera.

Auch soundtechnisch schöpft man aus dem Vollen. Die schöne Musik von L. Bernstein wird gleich von zwei Orchestern (NY und LA Philharmonikern) umgesetzt. John Williams, Hauskomponist Spielbergs und mehrfacher Oscar-Träger, hatte auch hier seine Finger wieder mit im Spiel.
Die Abmischung der Toningenieure von Skywalker Sound tut ihr Übriges. Auch diese Mitarbeiter liefern ein Meisterstück ab. Selten konnte ich eine derartige Klarheit und Abmischung in einem Filmton hören.
Es bedarf da gar nicht mal eine überzeugende Räumlichkeit wie bei einem Actionfilms sondern eine klare Akzentuierung der Musikinstrumente und einer formidablen Abmischung mit den Stimmen.
Ergebnis ist klasklarer super verständlicher Filmton, in dem weder die Stimmen noch die MUsik untergehen und das Ganze nicht zu einem Soundbrei vermixt wird.

Und zu guter Letzt drückt Spielberg als Regisseur dem Werk noch seinen Stempel auf. Nichts wird dem Zufall überlassen. Inszenatorisch ist dieser Film genau das positive Gegenstück zu Ridley Scotts HOUSE OF GUCCI.
Spielberg hat nichts verlernt und zeigt genau, wie man Regie führt. Er ist fähig, ein gutes Drehbuch mit guten Darstellern und hervorragenden Handwerkern auf dem Gebiet von Kostümen, Kamera und Sound, ect. zu einem epochalen Meisterwerk zusammenzufügen, ohne die Leichtigkeit zu verlieren.
Ein Meisterwerk und Lehrstück des Films als solches. Besser als nahezu an der Perfektion geht Kino nicht mehr und lässt die Fassung aus 1961 vergessen.
Das hat mir am Ende des Films, der selbst im Abspann noch glänzt, fast die Tränen vor Begeisterung in die Augen getrieben, obwohl die WESTSIDE STORY immer noch nicht mein Lieblingsmusical ist.

Als Filmfreund und Cineast geht mir zum Ende des Jahres das Herz auf.
Als Zuschauer muss man das förmlich danken und zwar mit einem Besuch im Kino. Überdringliche Empfehlung!!!
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#505 

Beitrag von mulleflup »

Also Bildtechnisch wie auch die Inzinierung fand ich ausgesprochen gut und kann dir da nur zustimmen.

Dagegen konnte mich die gesangliche Performence, mit Ausnahme Maria, in keinster Weise überzeugen.
Für mich war der überwiegende Teil der Gesangseinlangen , im Vergleich zur 1961er Version, sehr lahm.
Es fehlte mir einfach die Energie, die ich aus der alten Version kenne. Gerade Ansel Elgort ( Tony ), war mit dem stimmlichen Part des Tony überfordert.

Allerdings muss ich dazu sagen, ich liebe Musicals und West Side Story gehört zu meine Favoriten.
bild 7.65(5.ß.ß, Ultracam + Unicam) Subwoofer 525 (schwarz), Yamaha RX A 2080, Elac FS 247.( weiß );Universal Speaker; Dali Phantom Atmos Deckenlautsprecher, Blu-ray Panasonic DMP-UB824 (schwarz); Apple TV 4K ;
Connect 32 DR+(6.ß.ß) mit FUS im Esszimmer

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DON´T LOOK UP

#506 

Beitrag von MovieMan »

Die durchschnittlichen Astronomen Dibiasky (J. Lawrence) und ihr Kollege/Mentor Dr. Mindy (L. DiCaprio) entdecken einen Kometen, welcher in Kürze mit der Erde kollidieren wird.
Mit dieser Entdeckung wenden sie sich an die führenden Stellen der USA und auch an die Präsidentin (M. Streep). Leider hört niemand so richtig zu bzw. wird von allen die Wichtigkeit der Message ziemlich heruntergespielt. Auch der Versuch, sich Gehör über eine angesagte TV-Sendung zu verschaffen, schlägt doch eher fehl. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Herrliche Weltuntergangsfarce aus dem Hause Netflix.
Da wird einem vor Augen geführt, wo sich die Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten hin entwickelt hat. Nur die persönlichen Probleme gelten bzw. der Machterhalt muss gesichert werden. Das eigentliche schwerwiegende Problem will gar nicht erkannt werden, da die Konfrontation mit der Wahrheit, die durch hunderte von Wissenschaftlern bestätigt wird, viel zu unbequem ist und sowieso immer zur Unzeit kommt, bis die Ersten dann auch schon anfangen, alles zu leugnen und als Mumpitz abzuspeisen.

Wie das kommt euch bekannt vor? Wohl nicht von ungefähr erreicht uns ein solches Werk „zufällig“ jetzt. Parallelen zur Gegenwart dürfen schon gezogen werden bzw. sind völlig offensichtlich.

Schauspielerisch überzeugt der spielfreudige Cast mit einer übersteigerten Darstellung einzelner Charaktere, so J. Lawrence als zunehmend deprimierte Wissenschaftlerin, DiCaprio als aufgebrachter Wissenschaftler, Streep als Trump-Verschnitt, J. Hill als Präsidentinnenmuttersöhnchen, C. Blanchett als eingebildete Talkmasterin und M. Rylance als durchgeknallter Bruder eines Elon Musk.
Die Übersteigerung ist hart an der Grenze zu dem Bereich in dem es wehtut.
Einige Szenen und Dialoge sind dermaßen absurd, dass einem die Kinnlade runterklappt und die Ohren ob des Geäußerten abfallen, doch irgendwie kommt einem alles so bekannt vor. Und genau das ist das wahrhaft Erschreckende.

Einfach nicht hochsehen (ach, daher der Filmtitel), dann kann man das Unheil auch nicht kommen sehen.
Ariana Grande steuert auch noch den poppigsten Weltuntergangssong bei, den ich je gehört habe. Die Menschheit wird wohl nicht mehr weit kommen.

Warum, wieso könnt ihr im Kino sehen oder wohl schon demnächst bei Netflix, wenn euch das Sofa dann doch mehr behagt – oder ihr guckt einfach Tagesschau :horror: oder lest Zeitung :wayne:
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SPIDER-MAN: NO WAY HOME

#507 

Beitrag von MovieMan »

Die Identität Spider-Mans (T. Holland) alias Peter Parker wird öffentlich aufgedeckt und fortan beginnt für ihn ein Spießrutenlauf, sodass er gar nicht mehr zur Ruhe kommt. Hilfe erhofft er sich bei Dr. Strange (B. Cumberbatch), der mit einem Zauber die Zeit wieder dahin bringen soll, zu der die wahre Identität Spider-Mans noch geheim war. Der Zauber läuft unerwartet ab und öffnet ein Multiversum und Spider-Man sieht sich plötzlich mit ihm weniger bekannten Gegnern konfrontiert. Doch auch diese Mission begreift er als Herausforderung und versucht, Welt und Gegner wieder ins Lot zu bringen. Das hat aber seinen Preis.

Die Geschichte dient immer noch dem Aufbau der mitlerweile 4. MCU-Phase. Sie enthält Wendungen und bedient sich eines gelungenen Kniffs, welcher sich jedoch im Laufe des Films auch gleichzeitig als der größte Schwachpunkt herausstellt, da verhindert wird, mehr Neues zu präsentieren. Ich würde das auch noch gern weiter und vor allem detaillierter begründen, doch das ginge nicht ohne Spoiler. Macht euch selbst ein Bild davon, wie euch die Konstruktion der Storyline gefällt. Auf mehr Inhalt zum Inhalt muss ich (leider) daher verzichten.
T. Holland spielt durchschnittlich und fällt gegenüber B. Cumberbatch erheblich in der Performance ab, soweit man beide Parts solo betrachtet. Highlights sind die Szenen, in denen beide aufeinander treffen. Das Gegenspiel von rotziger und trotziger Jungendlichkeit zur gefühlten Überlegenheit und Borniertheit funktioniert gerade auch dank Cumberbatch ganz hervorragend. Sobald diese Szenen vorbei sind, verfällt die Erzählung in das Mittelmäßige.
Die Spannungsmomente und das Charisma der 3. MCU Phase werden bei Weitem (noch) nicht erreicht.

Technisch gesehen, fand ich die Szenen, in denen Spider-Man durch New York schwingt noch einen Ticken besser ausgeführt als bisher. Diese Tricks wirkten sehr gefällig. Ansonsten sind die visuellen Tricks auf gewohnt hohem, doch nicht überdurchschnittlichem Niveau. Das Bild ist scharf und der 3D-Effekt ist ok, aber nicht herausragend. Pop-Out Effekte sieht man selten.
Der Sound ist sehr dynamisch, wuchtige Bässe treffen auf gut aufgelöste Höhen und mit direktionalen Effekten wird nicht gespart, hätten aber gern noch mehr sein dürfen.
Bei den letzten Marvel Filmen nach ENDGAME habe ich das Gefühl, dass die Technik mit leicht angezogener Handbremse präsentiert wird, vielleicht aus Budget-Gründen.

Spider-Man Fans werden den Film sicherlich aufgrund mancher Szene mit Freude in ihr Herz schließen, der Rest der Zuschauer erhält einen soliden Marvel-Film mit nicht ganz so viel Bombast wie die AVENGER Filme, jedoch Schwächen in der Konzeption der Story.
Wo die 4. Phase des MCU hinläuft wird in der Postcredit-Scene allzu deutlich. Ohne alle Möglichkeiten des Mauskonzerns zu nutzen, werden wohl viele Marvel-Fans (und der Rest der Zuschauer sowieso) der weiterlaufenden Geschichte nur schwer folgen können. Hoffentlich erweist sich das für Disney nicht irgendwann als Rohrkrepierer.
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MATRIX RESURRECTIONS

#508 

Beitrag von MovieMan »

Thomas Anderson (Neo) arbeitet an einem neuen Computerspiel. Privat bedarf er aufgrund seiner seltsamen Träume psychologischer Hilfe. Auch ohne Medikamente geht es nicht. Er soll - sofern er sich unwohl fühlt - eine Pille nehmen. Doch langsam wird er durch "seltsame" Begegnungen aus seiner Realität gerissen und muss sich entscheiden. Entweder lebt er sein "Leben" weiter oder rettet die Menschheit.

Jahre nach dem letzten Matrix-Teil ereilt uns nun die Fortsetzung der Geschichte. Dass ein solches Unterfangen nicht immer gelingt, haben andere Filmreihen leider schon bewiesen, da es schwer ist, an einem zeitgeistigen Hype nahtlos wieder anknüpfen zu können und die meist hohen Erwartungen der Fangemeinschaft zu erfüllen sowie neue Fans (und damit Massen an Geld) zu generieren.
Ein Teil der Wachowski Brüder bzw. nun ja Schwestern hat sich dieser Herausforderung angenommen und den neuen Teil produziert und u.a. das Drehbuch mitverfasst sowie Regie geführt.

Erzählerisch bedient man sich an der alten Trilogie und führt die Geschichte einfach weiter. Doch durch eine geschickte Erzählweise durch Rückblenden erleichtert man auch Matrix-Anfängern den Einstieg. So wirkt der Film einerseits wie eine Fortsetzung des Geschehens und andererseits auch wie ein Neubeginn. Neo trifft auf alte und neue Weggefährten und so manche Figur erhält einen anderen bzw. erweiterten Hintergrund.
Als Matrix-Zuschauer der ersten Stunde fühlte ich mich dadurch gut aufgehoben.
Auf der Metaebene des Films wird außerdem auch der Konflikt der Menschen mit der Realität und mit dem Umgang derselben aufgegriffen, sodass durchaus zur aktuellen Zeit Parallelen gezogen werden können.
Diese Vorgehensweise hält die eigentlich alte Matrix-Thematik erstaunlich weiter aktuell.

Schauspielerisch sticht Keanu Reeves mit seinem Charisma deutlich hervor. Das ist passend, denn die Geschichte ist ja auch komplett um seine Figur herum aufgebaut. Andere Charaktere spielen ihre alten Rollen, manche sind nur in Rückblenden zu sehen. Große schauspielerischen Leistungen werden nicht dargeboten, wie in der alten Trilogie wirkt das Spiel solide bis durchschnittlich bei gutem Zusammenspiel.
Dem Abspann kann entnommen werden, dass ein Heer an Stuntleuten beteiligt war. Das sieht man dem Film auch an.

Der Wechsel zwischen Actionszenen und Szenen mit Erzählstrang wird wie in den anderen Teilen beibehalten, was dem Film sowie der Geschichte auch gut tut, da diese so nicht in einem Actionoverkill untergeht.
Die visuelle Darstellung ist den Originalen entliehen, nur etwas farbnuancierter und nicht mehr ganz so grünlich. Auch die Bullettime-Slowmotion Szenen sind erneut integriert und sogar noch ewtas verfeinert worden. In einer Szene des Films wird dieser Effekt sogar überaus dramaturgisch genutzt und verfehlt auch nicht seine Wirkung.
Trotzdem entfalten die Actionsequenzen nicht mehr die Wucht der Originale. Es scheint, als hätte das Budget Grenzen gehabt. Nicht falsch verstehen, alles auf hohem Level doch eine Nuance kleiner.
Insgesamt war der Film meines Erachtens auch nicht durchgängig scharf. Hier und da haben sich Unschärfen gebildet.
Soundtechnisch war ich entzückt und enttäuscht zugleich. Der Sound bietet tolle klare Höhenanteile (wie z.B. bei splitterndem Glas). Das ist meist bei vielen Umsetzungen von Sound ein Manko. Er ist auch dynamisch - bis zu einem gewissen Level. Denn dem Bass fehlt wirklich der letzte Punch, die letzte Wucht, obwohl genügend Szenen dafür vorhanden wären. Am meisten hat mich die fehlende Räumlichkeit enttäuscht. Man hätte Massen an Splitsurroundeffekten platzieren können. Davon habe ich aber wenig mitbekommen, wobei der Saal des Kinos extra mit einem "aufgebohrten" Soundsystem aufwartet. Da war mehr drin.

So hatte ich am Ende des Jahres nochmals ein kleines Highlight. Meiner Meinung nach enttäuscht diese Fortsetzung nicht und holt die alten sowie neuen Fans gleichermaßen ab.
Wunderdinge darf man jedoch nicht von der Geschichte erwarten. Und ob weitere Fortsetzungen dann nicht doch zu einer Ermüdung beim Publikum führen würden, mag ich mal dahingestellt lassen.
Jeder muss da selbst entscheiden, ob er an der blauen oder roten Pille nuckeln will.

Ich darf mich für dieses Jahr bei den Lesern meiner kleinen Posts bedanken und starte in die Vorbereitungen in das nächste Kinojahr sowie der nahenden Oscarverleihung- zumindest wenn die Kinos offen bleiben, was dieser Tage ja fraglich ist.
Kommt gut ins neue Jahr, bleibt gesund und zuversichtlich.
Wir lesen uns in 2022 gerne wieder :) . Ich für meinen Teil freue mich darauf.
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#509 

Beitrag von Rudi16 »

Ich habe vorhin mit mir gekämpft ob ich ins Kino gehe um mir den Film anzusehen oder nicht. Letztlich bin ich - aufgrund der immer noch irrsinnig hohen Inzidenzwerte hier in Thüringen - doch nicht gegangen. Also entweder nächstes Jahr oder die Bluray... Schade :cry:
Loewe Connect 40 3D DR+ (8.52.0), UniCAM V2 (Sparta 5.52), Yamaha Aventage RX-A810 / BD-1010, Canton GLE490.2, GLE455.2 und GLE430.2, Nubert AW-441, Fritzbox 7362SL+4020, iPad1, iPhone6, GeeXBoX auf PandaBoard, CubieBoard, CuBox, CuBox-i, RaspberryPi 0-3

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THE KING´S MAN: THE BEGINNING

#510 

Beitrag von MovieMan »

Conrad und der Duke of Oxford (R. Fiennes) kommen einer Verschwörung einer Verbrecherorganisation, welchem vom "Hirten" geleitet wird, auf die Schliche und versuchen, den Ausbruch des Ersten Weltkrieges zu verhindern, was allerdings misslingt. Fortan wird im Auftrag des englischen Königs, George V., versucht, dass Allerschlimmste zu verhindern. Das bedingt einen sehr hohen Einsatz.

Die Gründungsgeschichte der King´s Man in einem ganz anderen Setting und mit anderen Akteuren/Figuren. Die fiktive Organisation wird eingewoben in die realen Geschehnisse des Ersten Weltkrieges, einschließlich Szenen, die sich in etwa tatsächlich so abgespielt haben. Natürlich ist auch eine Menge Fiktion dazwischen. Mit dem "Hirten" hat man einen fiktiven geschichtlichen bondmäßigen "Blofeld" geschaffen. Doch man trifft auch auf reale Figuren der Zeitgeschichte, Kaiser Wilhelm II., Zar Nicolaus, Georg V. sowie Rasputin, der durch Rhys Ifans als irrer "Priester" verkörpert wird. Mit dieser Darstellung hatte R. Ifans sichtlich seinen Spaß und so gehören diese Szenen mit zu den spaßigsten im ganzen Film.
R. Fiennes bringt angesichts des Geschehens ordentliches britisches Understatement auf die Leinwand, gepaart mit der King´s Man üblichen Eleganz - so in etwa ein Edel James Bond, wobei mir Colin Firth im Original noch britischer daherkam.
Der Film ist anders als die beiden Vorgängerteile konzipiert. Waren diese sehr actionreich und überaus humorvoll, manchmal fast albern abgefasst, liegt hier mehr das Drama als die Action im Vordergrund. Da jeodch nicht pausenlos durchgeblödelt wird, gewinnen die Szenen mit Rasputin extrem an komischer Wirkung.
Technisch gefällt der räumliche Sound, gerade in den Actionszenen, ansonsten bewegt sich die Machart auf durchschnittlichem Niveau.

Unterhaltsame Entsehungsgeschichte der etwas anderen Organisation mit anderem Konzept. Darauf sollten sich die Liebhaber der bisherigen Teile einstellen, um eine Enttäuschung zu vermeiden.
Solider Auftakt des Kinojahres 2022.
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THE 355

#511 

Beitrag von MovieMan »

Nach einer verheerenden Demontration eines neuartigen Hacker-Tools, mit dem alles gehackt werden kann, macht es sich die CIA-Agentin Mace (J. Chastain) zur Aufgabe, dieses Tool zu beschaffen und in die sicheren Hände der CIA zu überführen. Die Mission gelingt jedoch nicht ohne Hilfe. Widerwillig muss sich Mace mit Marie (D. Kruger) vom BND sowie einer befreundeten IT-Spezialistin vom MI6, Khadijah (L. Nyong'o), zusammenschließen.
Unfreiwillig wird dieses Trio noch von der kolumbianischen Psychotherapeutin Graciela (P. Cruz) zum Quattro erweitert. Und dann ist da auch noch eine mysteriöse 5. Person, die überall ihre Finger mit im Spiel hat.
Zusätzlich wird es schwer, die Übersicht über Freund und Feind zu behalten und zu wissen, wer auf welcher Seite steht. Dennoch gilt es nicht weniger, als den 3. Weltkrieg zu verhindern.

Actionthriller mit höchst weiblichem Einsatz als Gegensatz zu den männerdominierten Bondfilmen, in denen Frauen nur schmückendes Beiwerk bilden durften.
Teils etwas chaotisch inszeniert muss man am Anfang gut aufpassen, um der sich entwickelnden Geschichte folgen zu können und den Überblick zu behalten. Die Action wird teils auch hart rübergrebracht, aber noch nicht überhart, dennoch reicht es aufgrund mancher Szenen zu einer FSK16. Es geht also nicht zimperlich zu. Aufgrund von Wendungen bleibt die Spannung gehalten, wenn auch nicht auf Nägelkauerniveau.
Während bei der TV-Serie DREI ENGEL FÜR CHARLIE die Darstellerinnen zu TV-Ikoneninnen wurden, kann ich mir nicht ganz vorstellen, dass diese Combo, welche eigentlich sehr reizvoll ist, viel Zukunft hat, falls überhaupt weitere Teile geplant sind/waren.
Gerade Chastain, Kruger und Cruz bemühen sich redlich, aber so richtig sticht da niemand heraus, dem eine tragende Rolle als Agentin zuzutrauen ist. Zu sehr ist die Story aber auch auf ein Zusammenspiel angelegt.
Mit einem überraschenden Drehbuch und einer guten Geschichte könnte vielleicht doch eine weibliche James Bond entstehen, halte ich aber eher für unwahrscheinlich.
Film Fact: Mit Code 355 wurden bereits die weiblichen Geheimdienstkräfte der Weltgeschichte bezeichnet.

Die Action ist ordentlich choreographiert und wird als bunte Mischung aus BOND, MISSION IMPOSSIBLE und BOURNE zum Teil etwas chaotisch aber gut unterhaltend dargebracht.
In diesen Szenen zeigt sich gerade bei den Schießereien ein guter räumlicher Sound, der Laune macht aber leider nicht so mega druckvoll, wie er sein könnte, daherkommt.

Guter, solider und unterhaltsamer Actionfilm mit einem weiblichen Cast, der Spaß macht, aber den sonst männerdominierten Streifen (noch) nicht ebenbürtig ist. Das liegt am ehesten daran, dass die Figurendarstellung in der Tiefe noch zu blass bleibt und damit zu wenig Charisma ausgestrahlt wird, um zumindest einen weiblichen Agentensuperstar zu etablieren.
Es ist noch ein langer Weg bis sich Frauen in diesen Rollen richtig durchsetzen und gleichziehen, aber der Trend ist deutlich sichtbar, dass die Männerdomäne Action ihren weiblichen und ebenbürtigen Gegenpart erhält. Das haben Filme wie zuletzt ATOMIC BLONDE, RED SPARROW, PEPPERMINT: ANGEL OF VENGEANCE, GUNPOWDER MILKSHAKE - um nur einige zu nennen, bewiesen. Nicht nachlassen!
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SCREAM (5)

#512 

Beitrag von MovieMan »

Ghostface treibt nach einigen Jahren der Ruhe erneut seinen blutigen Schabernack im kleinen Städtchen Woodsboro.
Der Überfall auf die junge Tara sowie weitere Personen lockt neben der Schwester des Opfers und deren Freund auch den alten Deputy (D. Arquette), die Autorin und Moderatorin Gale Weathers (C. Cox) und Sidney (N. Campbell) zurück an den Ort des Geschehens. Dabei treten auch bisher gehütete Geheimnisse zutage.
Das soll Ghostface aber nicht davon abhalten, umso härter zuzuschlagen. Wer ist bereit, sich ihm entgegenzustellen und sein Leben zu riskieren?

Mittlerweile 5. Teil der Reihe, der mit neuen und alten Figuren aufwartet und den aktuellen Geschehnissen einen ganz neuen Hintergrund verleiht. Hinsichtlich des Konzeptes hat sich nicht sehr viel geändert und Kenner der Reihe können sich nach kurzer Zeit das Ende eigentlich schon recht schnell zusammenreimen. Dennoch kann ich dem Film eine gewisse doch schon ordentliche Grundspannung nicht absprechen, obwohl es manchmal etwas durchsichtig ist, wann was geschehen oder eben auch nicht geschehen wird. Den Stil, Ghostface bei seinen Kämpfen mit den Opfern etwas trottelig darzustellen, hat man beibehalten und die Inszenierung leicht den heutigen Filmen angepasst.
Neu ist der höhere Gewaltgrad bei den Tötungsszenen, es fließt viel Blut. Die Kills haben mich von der Intensität her zum Teil an den letzten HALLOWEEN erinnert.

Positiv ist in diesem Zusammenhang die Masken- und Makeup-Arbeit zu nennen. Ein paar Szenen haben durchaus sensationelle Makeupeffekte. Courteney Cox hat man eine irre Maske verpasst, die sie wie die Schwester des JOKERS aussehen lassen – oder war das gar keine Maske? :???: Ach, wer weiß das schon?
Zum Abschluss erhält man auch noch einen richtig heißen Stunt.

Nicht viel Neues, aber einiges Altes. Hoffentlich sind die Fans der Reihe zufrieden, denn mit denen sollte man es sich wirklich nicht verscherzen.
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SPENCER

#513 

Beitrag von MovieMan »

1991 trifft sich die Windsor-Familie auf Schloss Sandringham, um das Weihnachtsfest zu feiern. Prinzessin Diana hadert mit ihrem Schicksal dermaßen, dass ihr die Anwesenheit auf dem Gut seelische und körperliche Qualen bereitet, die sie nur aufgrund der Kinder bereit ist zu ertragen, doch auch das nicht auf ewig. Sie fasst einen befreienden Entschluss.

Ich denke mal, die Geschichte soll nach wahren Begebenheiten einen Wendepunkt im Leben der Prinzessin darstellen. Ob sich das alles tatsächlich so zugetragen hat, kann ich nicht sagen und wer sollte das auch (ungefärbt) bestätigen können, außer Diana selbst. Zumindest kann sich die Situation Weihnachten 91 so oder so ähnlich ereignet haben.
Im Mittelpunkt steht das Zerwürfnis der Prinzessin mit der Königsfamilie und ihrem Gatten Charles.

Diana wird als schon fast gebrochene Person gezeigt, die sich zunächst weder unterordnen noch befreien will. Dieses Dilemma führt zu einer entsetzlichen Auseinandersetzung mit sich selbst. Geborgenheit findet sie nur bei ihren Kindern William und Harry. Auch die Gesundheit leidet.
Letztlich handelt es sich um ein Einpersonenstück. Alle anderen Schauspielende sind nur Staffage. Die Person Diana steht zu jeder Sekunde im Mittelpunkt, selbst dann wenn sie in der Szene gar nicht auftaucht. Eine dankbare und zugleich schwere Aufgabe für eine Schauspielerin wie Kristen Stewart, diese Omnipräsenz komplett ausfüllen zu müssen.
Schauspielerisch schafft sie das meines Erachtens sehr gut. Die innerliche Zerrissenheit und das Gequälte kommen deutlich und auch authentisch herüber. Ob das für den Oscar ausreicht, wird sich zeigen.

Auffallend ist, dass keiner der Schauspielenden große äußere Ähnlichkeit mit dem jeweiligen Original hat. Da hat man sich nicht den kleinsten Ansatz von Mühe bei der Maske bzw. der Personenauswahl gegeben. Selbst K. Stewart sieht bis auf die Föhnfrisur Diana kaum ähnlich und schon gar nicht von der Statur. Gegen das zerbrechliche Original wirkt Stewart wie eine Kampfschwimmerin.
Und dennoch funktioniert der Film, da die Geschichte allein auf das Gefühlsleben der Prinzessin fokussiert ist und nicht auf einen Lookalike-Wettbewerb.

Einzig die Fahrzeuge und Kostüme verleihen dem Streifen einen englischen Touch. Selbst das Schloss ist nicht englisch, gedreht wurde in Deutschland. Ob die Räumlichkeiten authentisch sind, spielt ebenfalls eine untergeordnete Rolle. Man kann es sich jedenfalls so vorstellen.

Knappe zwei Stunden Gefühlswirrwarr um die Prinzessin als (fast) Einfraustück im Dokustil, trotzdem unterhaltsam und absolut nicht langweilig dargebracht.
Eine solche Inszenierung sieht man sicherlich nicht alle Tage.
Für alle Prinzessinnen- und Boulevardblatt-Fans, die noch tiefer in die Geschehnisse eintauchen möchten.
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